Österreichische Unternehmer tun sich mit „deutschen" Buchhaltungsprogrammen manchmal schwer: Fristen, Formulare und Fachbegriffe unterscheiden sich. Wir zeigen, was wirklich österreichspezifisch ist und welche Online-Anbieter die AT-Anforderungen sauber abdecken.
Was in Österreich anders ist
- Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) monatlich/quartalsweise an die Finanzamtsösterreich (finanzonline.at) – nicht ELSTER
- CASHonline-Registrierung für Kassen (RKSV – Registrierkassensicherheitsverordnung): Kassen müssen registriert und signiert sein
- Steuerformulare über FinanzOnline und BMF-Formulare, nicht über ELSTER
- Buchführungspflicht: Aufzeichnungspflichtig ab 400.000 € Umsatz (netto), sonst EÜ 7a
- Geltung der GoBD: Nein – aber vergleichbare Aufzeichnungspflichten nach BAO § 132
Diese Unterschiede kann keine deutsche Standardsoftware „mal eben" lösen – das Programm muss AT-Formulare und Fristen konkret unterstützen.
Anbieter, die für Österreich arbeiten
- Kontolino (ab 20 €/Monat): österreichischer Anbieter, AT-spezifische Fristen und UVA-Unterstützung, deutschsprachiger Support aus Wien
- Qonto / Finom: Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltungsschnittstelle, AT-tauglich, Belege & Meldestatus
- Lexware Office: AT-Version „Lexware Office" für Österreich verfügbar (separates Produkt)
- sevdesk: Österreich-Fassung mit AT-Anpassungen (UVA, Kassenbuch nach RKSV)
- Zoho Books: international breit aufgestellt, inkl. AT-Steuerprofilen
In unserem Anbieter-Vergleich filtern Sie direkt nach Land „Österreich" – dort stehen nur Anbieter, die AT-relevant agieren.
Checkliste für AT-Unternehmer
- RKSV/CASHonline: Betreiben Sie eine Registrierkasse? Dann braucht sie Registrierung + Signatureinrichtung. Manche Online-Programme bieten „Kasse" als Modul – prüfen Sie die RKSV-Konformität.
- UVA-Fristen: UVA monatlich (bis 15. des Folgemonats) bzw. quartalsweise, je nach Vorjahresumsatz. Programm sollte Erinnerungen setzen.
- Vorsteuer-Abzugsfähigkeit: Auch in AT ist ein sauberes Eingangsrechnungs-Archiv Pflicht.
- Kategorie-Logik: AT nutzt andere Umsatzsteuersätze (20/10/13 %) und teilweise andere Belegklassen – die Software muss die Sätze korrekt unterstützen.
Welches Tool für wen?
- Einzelunternehmer/Freiberufler: Kontolino (AT-Heimvorteil) oder Lexware Office AT
- Shops mit EU-Vertrieb: Zoho Books (OSS-Support) oder sevdesk
- GmbH in Österreich: Kanzlei-Buchhaltung ist verbreiteter; für Eigenbuchung Kontolino oder Qonto mit Buchhaltungsmodul
Fazit
Österreichische Buchhaltung ist kein DE-Fork, sondern ein eigenes Regelwerk. Wählen Sie Software, die UVA, RKSV und AT-Steuersätze konkret unterstützt – nicht nur die Sprache übersetzt. Im Vergleich nach Land Österreich finden Sie die zertifizierten Kandidaten; Details zu Fristen und Pflichten im Ratgeber.
Stand: September 2026. Keine Steuerberatung – für BAO-Fragen wenden Sie sich an Ihre Kanzlei.
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